Everesting: Was ist das eigentlich?

Das sogenannte Everesting ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. In diesem Artikel erkläre ich dir, worum es sich dabei handelt und wie du das Konzept auf dein Training übertragen kannst.

Was bedeutet Everesting?

Everesting bedeutet nicht, sich auf die faule Haut zu legen und für immer auszuruhen, ganz im Gegenteil, dahinter steckt eine knallharte Challenge: Such dir irgendeinen Hügel oder Berg auf der Welt aus und erklimme ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad so lange, bis du das Äquivalent zur Höhe des Mount Everest erreicht hast, also genau 8,848 m. Zwar sind Pausen erlaubt, aber das Ganze muss in einer Session passieren. Schlafen ist nicht drin."

Beispiel:

Dein Hausberg hat eine Höhe von 800 m. Du müsstest ihn also 11 Mal (und ein paar Zerquetschte) besteigen, um die Challenge abzuschließen.

Der erste Everester war angeblich George Mallory, der in Gedenken an seinen Großvater im Jahr 1994 achtmal auf den Donna Buang in Australien fuhr. Von dieser Geschichte inspiriert, riefen ein paar verrückte Fahrradliebhaber, die Hells 500, die Challenge ins Leben. Mittlerweile gibt es eine offizielle Seite für das Everesting, wo Listen mit allen bisherigen Absolventen geführt werden. Dort kannst auch du deinen Run einreichen. Dafür musst du ihn lediglich mit der App Strava aufzeichnen. Falls du keinen geeigneten Berg in deiner Nähe hast, kannst du die Challenge übrigens auch virtuell in Zwift ausführen. Die Regeln, Anforderungen und weitere Informationen findest du hier.

Wie lässt sich das auf mein Training anwenden?

Die Everesting-Challenge ist nichts für den gemeinen Hobbysportler, so viel steht fest. Aber das Konzept lässt sich in abgespeckter Form auch auf dein Training übertragen. Denn das Grundprinzip ist ganz einfach: Man steckt sich ein bestimmtes Ziel, das man in einer Trainingseinheit absolvieren muss.

Auf Calisthenics übertragen könnten das zum Beispiel 100 Klimmzüge sein, die du innerhalb eines Workouts schaffen musst. Pausen sind natürlich auch hier erlaubt. Oder du machst einen Zirkel und versuchst 100 Klimmzüge, 200 Kniebeugen und 200 Liegestütze. Wer dagegen ins Fitnessstudio geht, kann sich zum Beispiel vornehmen, insgesamt 500 kg zu beugen. Ob man das in 5 Sätzen mit 100 kg macht oder in 10 mit 50 kg, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

In jedem Fall ist diese Herangehensweise eine gute Möglichkeit, das Training interessanter zu gestalten und sich selbst mehr herauszufordern. Wähle den Schwierigkeitsgrad am Anfang so, dass du die Challenge mit etwas Mühe schaffst und steigere dich nach und nach, um dir mehr abzuverlangen.