Fitnessgeräte für Zuhause: Darf man ein Laufband in der Wohnung aufstellen?

Ob Laufband oder Stepper: Fitnessgeräte in der Wohnung können zum Streitpunkt zwischen Nachbarn werden. Aber was ist eigentlich erlaubt?

Darf ich Fitness in der Wohnung machen?

Grundsätzlich: ja. Vor allen Dingen Yoga, Eigengewichtstraining und Liegestütze werden für die Nachbarn kaum wahrnehmbar sein. Überschreiten die Geräusche beim Sport die Zimmerlautstärke nicht, könntest du theoretisch sogar den ganzen Tag Sport machen. Was die Frage zu Ausdauertraining mit intensivem Hüpfen und Springen angeht, so schreibt der Deutsche Mieterbund: „Ja, wenn der Sport so betrieben wird, dass die Übungen den Nachbarn nicht stören. Denn grundsätzlich gilt, dass die Wohnung kein Sportplatz ist. Springt man beispielsweise mit dem Seil oder hüpft auf und ab, so dass in der darunterliegenden Wohnung die Wände wackeln, hat man den Bogen eindeutig überspannt. Erlaubt ist nur, was keinen Krach macht und die gebotene Rücksicht auf die Nachbarn gewährleistet.“"

Fitnessgeräte in der Mietwohnung: Wie ist die rechtliche Lage?

Zunächst einmal solltest du einen Blick in deinen Mietvertrag oder die Hausordnung werfen. Dort können spezielle Regelungen bezüglich Sportgeräten und Fitness im Allgemeinen in der Wohnung geregelt sein. Ansonsten dürfte es aus rechtlicher Sicht kein Problem sein, ein Laufband, einen Stepper oder andere Fitnessgeräte in der Wohnung aufzustellen. Allerdings gelten die Ruhezeiten (Mittags- und Nachtruhe) auch für Sport in der Wohnung. Die Nachtruhe gilt meist von 22:00 bis 7:00 Uhr, die Mittagsruhe zwischen 13:00 und 15:00 Uhr. Jedoch können durch die Gemeinden oder im Mietvertrag gesonderte Zeiten festgelegt werden. An Sonnt- und Feiertagen gilt das Feiertagsgesetz, welches öffentliche wahrnehmbare Arbeiten, welche die Ruhe des Tages stören können, verbietet. Da Laufbänder und andere Fitnessgeräte beim Betrieb oft lauter als die Zimmerstärke sind, solltest du am Sonntag auf Alternativen umsteigen, um Ärger mit den Nachbarn und den Behörden zu vermeiden.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Auch wenn du dich an die oben genannten Regeln zu den Ruhezeiten hältst, kann es sein, dass sich deine Nachbarn gestört fühlen und Ärger machen. Im schlimmsten Fall könnte der Streit vor Gericht landen. Hier müsste dann im Einzelfall geprüft werden, ob die Nutzung des Laufbands einzuschränken ist. Um den Haussegen zu wahren, kannst du aber zumindest die Lärmentwicklung der Fitnessgeräte in deiner Wohnung abmildern. Dazu kannst du zum Beispiel Gummimatten unterlegen. Außerdem könntest du die Trainingszeiten so wählen, dass die Laufbandgeräusche mit den anderen Alltagsgeräuschen verschmelzen und weniger störend wirken.

Darf man in der Wohnung Kreuzheben?

Wie oben bereits erwähnt, ist die Wohnung kein Sportplatz. Kreuzheben mit schweren Gewichten, bei dem die Stange immer wieder auf den Boden knallt, könnte also zum Problem werden. Zumal fraglich ist, inwiefern Kreuzheben zum vertragsgemäßen Gebrauch zählt. Auch hier müsste ein Gericht im Einzelfall entscheiden, ob das Krafttraining in der Wohnung erlaubt ist. In jedem Fall solltest du Matten unterlegen und die Stange nicht auf den Boden knallen lassen. Dies kann im Übrigen auch aus bautechnischer Sicht fatal sein. Nicht nur können Schäden im Boden entstehen, die punktuelle Gewichtsbelastung bei sehr hohen Gewichten könnte mitunter zu hoch sein. Es ist daher besser, Kreuzheben ins Fitnessstudio zu verlegen.

Hinweis: Dies ist keine rechtliche Beratung.