Handschuhe beim Training tragen oder nicht?

Hier gehe ich der Frage nach, ob Handschuhe beim Training sinnvoll sind oder nicht.

Erst kürzlich habe ich darüber geschrieben, welche Handschuhe ich beim Training für die besten halte. Dabei bin ich aber nicht auf die Frage eingegangen, ob man überhaupt welche tragen sollte oder ob es besser ist, auf sie zu verzichten. Das will ich in diesem Artikel nachholen. Was ich hier schreibe, stellt meine persönliche Meinung dar, die auf mehrjähriger Erfahrung gründet. Auf Studienergebnisse möchte ich in diesem Fall verzichten. Hier sind also 3 Gründe, warum ich Handschuhe nur noch ergänzend oder im Winter trage.

1. Grip

In 5 Jahren Training habe ich so gut wie alle Handschuharten probiert, die es gibt:

  • Normale Trainingshandschuhe mit Polsterung
  • Turnriemchen
  • Dünne Unterziehandschuhe für Football-Spieler
  • Fußballhandschuhe für Feldspieler
  • Golfhandschuhe
  • …und sogar diese Arbeitshandschuhe für leichte Gartenarbeiten aus dem Baumarkt.

Und dennoch hat mich keines der Modelle nachhaltig zufriedengestellt. Irgendetwas hat mich auf lange Sicht immer gestört. Bei einigen Handschuhen, die nicht speziell für das Training ausgerichtet sind, hatte ich das Problem, beim Festhalten an der Stange herauszurutschen. Bei den Trainingshandschuhen dagegen störte mich meist die dicke Polsterung an den Handinnenflächen. Zum einen kommt es bei manchen Modellen zu einem Aufbauschen des Fütterungsmaterials, wodurch einen unangenehmer Druck auf den Händen entsteht, zum anderen fällt so das Festhalten insgesamt schwerer (besonders bei dicken Stangen). Selbst Turnriemchen sind mir persönlich zu rutschig.

Es geht einfach nichts über das Gefühl der nackten Hand auf der Stange. So hat man meiner Meinung nach den besten Grip und die meiste Kontrolle über die Bewegungen des Körpers. Über den anfänglichen Schmerz muss man einfach drüber stehen. Es lohnt sich. Mit der Zeit härten die Hände ab und die Schwielen fallen beim Training kaum noch auf. Darüber hinaus bringt es oftmals mehr, den Griff anzupassen und Kreide zu verwenden, anstatt sich Handschuhe anzuziehen.

2. Geldverschwendung 

Ein weiterer Punkt, weshalb ich mittlerweile eher kritisch gegenüber Handschuhen eingestellt bin, ist die Tatsache, dass sie meistens nicht sehr robust sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass entweder die Nähte reißen oder das Material an den Innenseiten anfängt sich ab- bzw. aufzulösen. Nach mindestens sechs Monaten waren die meisten Modelle durch. Nun kann man sagen, dass die Handschuhe einfach nicht für diese Art der Belastung ausgelegt sind, was vermutlich auch stimmt. In diesem Fall verzichte ich aber gerne auf sie und spare mir das Geld. 

3. Hygiene

Und sind wir mal ehrlich, die Dinger fangen mit der Zeit auch an zu stinken. Natürlich kann man Trainingshandschuhe waschen, aber der Geruch kehrt irgendwann zurück. Da packe ich die Stange lieber mit meinen Händen an und wasche sie danach gründlich, als diesen unangenehm Muff in der Nase zu haben. Ganz davon abgesehen schwitzt man im Sommer unter den Handschuhen, was ideale Bedingungen für Bakterien schafft. Reißt dann eine Schwiele auf, kann es theoretisch zu einer Infektion kommen.

Fazit

Wie oben bereits erwähnt, trainiere auch ich noch ab und zu mit Handschuhen. Manchmal ist mir einfach danach und gerade im Winter wird es sonst ziemlich kalt an den Händen. Davon abgesehen sehe ich aber keinen Grund, warum man unbedingt Handschuhe für sein Training braucht.