Riechsalz im Kraftsport und Bodybuilding

An was riechen die schweren Jungs da eigentlich, bevor sie 300 Kilo stemmen? Erfahre mehr über Riechsalz und seine Wirkung in Sport und Fitness.

Was ist eigentlich Riechsalz?

Riechsalze sind verschiedene Substanzen, die meist auf Ammoniumkarbonat basieren, einem Salz, das leicht nach Ammoniak riecht. Diese Ammoniakdämpfe wurden in der Medizin früher dazu genutzt, ohnmächtige Personen wieder zu Bewusstsein zu bringen. Heutzutage findet Riechsalz höchstens noch im Sport Anwendung, allerdings sind mittlerweile Riechampullen, die eine Mischung aus Ammoniak, Wasser und Alkohol beinhalten, sehr viel beliebter.

Wie funktioniert Riechsalz?

Durch das Einatmen der Ammoniakdämpfe werden die Schleimhäute gereizt, was im Körper zu einer Art Panikreaktion führt. Atmung und Herzschlag beschleunigen sich reflexartig, der Sauerstofftransport zum Gehirn wird verbessert. Diesen Effekt nutzen manche Sportler, um kurzzeitig ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Wirkung im Kraftsport und Bodybuilding

Wie oben bereits angeschnitten, beschleunigen Riechsalze die Atmung. Die erhöhte Sauerstoffzufuhr kann kurzzeitig den Fokus erhöhen. Beim Fitness oder im Sport im Allgemeinen lässt sich dieser Effekt nutzen, um vor Höchstleistungen die Konzentration zu steigern bzw. den benötigten Tunnelblick herbeizuführen. Deswegen sieht man diese Riechsalze auch so oft bei Maximalversuchen im Kraftsport oder bei Bodybuildern. Es ist sozusagen das Zünglein an der Waage. Allerdings scheint dieser Effekt nur psychologischer Natur zu sein, wie eine Studie an 25 jungen Männern in den USA ergeben hat. Das Einatmen von Riechsalz hatte keinerlei Auswirkungen auf deren Kraftleistungen beim Bankdrücken und Kniebeugen. Aus diesem Grund ist es auch laut der Nationalen Anti-Doping-Agentur nicht verboten. Dennoch sorgte die Anwendung von Ammoniak innerhalb der russischen Mannschaft bei der Fußball-WM 2018 für Aufregung.

Riechsalz für den Alltagsgebrauch

Zwar ist Ammoniak in hohen Dosen giftig, allerdings sind die Mengen bei diesen Riechsalzen so gering, dass daraus keinerlei Gefahr entstehen dürfte, es sei denn du leidest unter chronischen Atembeschwerden wie Asthma. Nichtsdestotrotz reizen die Dämpfe die Schleimhäute, weshalb der Gebrauch auf Dauer nicht zu empfehlen ist. Die Anwendung sollte daher – wenn überhaupt – auf Maximalversuche beschränkt werden.