Training: Gym vs. Home

Was ist besser? Das Training im Gym oder Zuhause? Erfahre es in dieser Gegenüberstellung.

Noch härter als der Wettbewerb innerhalb der Sportarten, ist wohl nur der Wettkampf zwischen den Verfechtern des Hanteltrainings im Gym und dem Eigengewichtstraining. Aber haben nicht beide ihre Berechtigung? Selbstverständlich, doch auch hier ist es eine Sache von Zeit, Motivation und Zielsetzung, die darüber entscheidet, welches Training besser zu dir passt. In diesem Artikel werden wir mehr auf die Hintergründe eingehen und Vor- und Nachteile beleuchten, sodass du dir selbst ein Bild darüber machen und eine fundierte Entscheidung treffen kannst.

Faktor Zeit

Sport braucht Zeit, insbesondere dann, wenn du ein bestimmtes Ziel im Training verfolgst. Im Alltag bleibt neben Arbeit, sozialen Kontakten und anderen Verpflichtungen oft nicht mehr viel Zeit, um noch Sport zu machen. Egal, ob du abends noch ins Gym gehst oder lieber Zuhause ein Training nur mit deinem Körpergewicht durchführst, du wirst dir die Zeit nehmen müssen. Hier kann das freie Training mit dem eigenen Körpergewicht durchaus von Vorteil sein, da du dir den Gang ins Fitnessstudio sparst und direkt Zuhause trainieren kannst. Bereits mit den einfachsten Haushaltsgegenständen wie Stühlen, Tischen und Wasserkisten lässt sich ein solides Heimgym bauen. Klar, je besser das Equipment, desto vielseitiger kannst du trainieren. Fakt ist aber, dass du dazu nicht unbedingt das Haus verlassen musst.

Nichtsdestotrotz kannst du aber auch Zeit im Gym sparen. Wenn es möglich ist, gehe in der Mittagspause trainieren oder unmittelbar vor bzw. nach der Arbeit. Die Dusche im Gym spart dir nicht nur Zeit, sondern auch ein paar Cents auf der Wasserrechnung. Indem du einem konkreten Plan folgst, sitzt du nicht tatenlos herum. Plane die Pausen schon vorher in dein Training mit ein und überschreite diese nach Möglichkeit nicht. Sei flexibel und ziehe Übungen vor, sofern die nötigen Maschinen besetzt sind. Das Handy solltest du im Auto oder dem Schließfach lassen, um nicht ständig abgelenkt zu werden.

Es ist also eine Frage der Vorbereitung, wobei du mit dem Eigengewichtstraining deutlich flexibler bist. So kannst du zum Beispiel auch im Urlaub dein Training fortsetzen, selbst wenn dir dort kein Gym zur Verfügung steht.

Deine Motivation kennen

Training ist immer auch eine Frage der Motivation. Niemand wird dir sagen, dass er einfach nur so zum Zeitvertreib trainiert. Ob Abnehmen, Muskelaufbau oder das Erreichen eines sportlichen Ziels, die Motivation ist der Hauptantriebsfaktor beim Training im Gym oder Zuhause. Du solltest dir aber Gedanken darüber machen, weshalb du trainierst und was dein Ziel ist. Im Gym wirst du gezielter Muskeln aufbauen können, denn die Geräte erlauben es dir, jede Muskelgruppe einzeln zu fokussieren und zu stärken. Beim Eigengewichtstraining sind Isolationsübungen eher schwierig, da bei den Übungen viele Muskeln unterstützend mitwirken. Hier macht eher das athletische Gesamtbild als Ziel Sinn. Auch ist es schwieriger, große Muskelberge aufzubauen, ganz einfach, weil die Reize schwerer hochzuschrauben sind. Du musst viel mit Übungsvariationen, Gewichtswesten oder isometrischen Übungen arbeiten, um mit fortschreitender Fitness ständig neue Muskelreize zu setzen.

Im Fitnessstudio dagegen siehst du sofort, dass du mehr Kraft als noch vor drei Wochen hast, wenn du 10 Kilo mehr auf der Hantelbank drückst. Außerdem stehen dir dort dutzende von Maschinen für nur eine Muskelgruppe zur Verfügung, während du beim Eigengewichtstraining kreativ sein musst, um Liegestütze und Kniebeugen immer wieder anders zu gestalten. Durch längere Kontraktionszeiten, explosive Ausführungen oder unterschiedliche Winkel kannst du die Übungen zwar schwerer machen. Allerdings wird dir hier nicht wie im Gym genau vorgegeben, wie die Bewegung abzulaufen hat. Du drückst nicht einfach ein Gewicht von Position A in Position B, sondern musst fokussiert bei der Sache bleiben. Dein Körper ist dein Instrument, dem du immer wieder neue Bewegungsabläufe beibringen musst.

Egal ob beim Hantel- oder Eigengewichtstraining, du solltest definitiv darauf achten, dass du genügend Reize für einen fortschreitenden Muskelaufbau setzt. Für Anfänger empfiehlt sich ohnehin ein Ganzkörpertraining, um den Körper kennenzulernen und alle zwei Tage einen Reiz zu setzen. Mit der Zeit wechseln die meisten Studiogänger dann zu einem Splittraining, während beim Eigengewichtstraining eher das Ganzkörpertraining im Vordergrund steht. Wenn ein Split, dann Oberkörper/Unterkörper. Das hängt einfach damit zusammen, dass du hier sehr komplexe Bewegungsabläufe hast, an denen viele Muskeln beteiligt sind. Die Isolation einzelner Partien ist daher schwieriger. Natürlich kannst du durch verschiedene Dip- und Liegestütz-Varianten die Brustmuskeln aus verschiedenen Winkeln bearbeiten, aber du wirst immer andere Muskeln mittrainieren.

Überlege dir also genau, was du mit dem Training erreichen möchtest und ob die gewählte Trainingsform dazu passt. Strebst du einen Bodybuildingwettkampf an, so wird Eigengewichtstraining selbstverständlich nicht ausreichen.

Gesundheitliche Aspekte

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Sport in gesunden Maßen der physischen und psychischen Verfassung zuträglich ist. Es lässt sich daher auch nicht pauschal sagen, ob nun das Training im Fitnessstudio oder das Training mit dem eigenen Körpergewicht förderlicher ist. Andererseits könnte man argumentieren, dass Eigengewichtstraining häufig im Freien stattfindet, einfach, weil Zuhause zu wenig Platz ist, um komplexe Übungsabläufe durchzuführen. Die Sonne und frische Luft tragen ihren Teil zur gesunden Bewegung bei.

Wiederum ist das Training mit Geräten im präventiven und regenerativen Bereich oftmals empfehlenswerter, da gewisse Muskelgruppen gezielt angegangen werden können oder sogar aus einer Übung isoliert, sofern im betroffenen Körperteil Schmerzen auftreten. Zudem stehen einem meist erfahrene Trainer zur Seite, die bei der Übungsausführung assistieren können und mit guten Ratschlägen das Training ergänzen.

Kosten vergleichen

Hier scheint auf den ersten Blick das Eigengewichtstraining klar im Vorteil, schließlich muss es gar nichts kosten. Um anzufangen, bedarf es nicht einmal besonderen Geräten oder Klamotten. Das Training kann überall und zu jeder Tageszeit absolviert werden. Selbst eine teure Ausrüstung relativiert sich im Vergleich zu den Monatsbeiträgen im Fitnessstudio, wenn du langfristig denkst. Einzig das Wetter kann zu einem Problem werden, wenn du nicht gerade drinnen trainierst.

Andererseits muss man dem Studio zugestehen, dass du dort einen Rundum-Service erhältst. Getränke, Geräte, Duschen und Trainer stehen dir gegen eine monatliche Gebühr zur Verfügung. In vielen Studios kannst du mittlerweile 24 Stunden am Tag trainieren und brauchst dich nicht um das Wetter zu scheren. Darüber hinaus brauchst du das Equipment nicht selbst zu kaufen und zu warten, es nimmt keinen Platz bei dir Zuhause weg und du profitierst von den Profigeräten im Studio.

In deiner Kalkulation sollten immer auch die Zusatzkosten beinhaltet sein, also Parkgebühren, Anfahrtskosten oder Zusatzservice wie Proteinshakes im Studio. Abschließend kann man sagen, dass du Eigengewichtstraining zwar zum Nulltarif haben kannst, du dann aber mit gewissen Einschränkungen rechnen musst. Frage dich, ob dir die Leistungen im Studio die Extraausgaben wert sind oder ob du lieber das Geld sparst und dafür Zuhause mit einfachen Mitteln trainierst.

Eigene Bedürfnisse

Trainierst du lieber allein für dich oder hast du gerne Menschen um dich herum? Eigengewichtstraining, zumindest außerhalb des Studios, findet meist alleine statt. So musst du zwar nie auf freie Maschinen warten, aber bist auch auf dich alleine gestellt. Im Studio hast du Gleichgesinnte um dich, die dich im besten Fall zu Höchstleistungen pushen und dir Motivation geben. Dafür musst du überfüllte Räume zu Stoßzeiten in Kauf nehmen und im Sommer stickige und verbrauchte Luft. So was kannst du umgehen, indem du gleich morgens oder spät abends noch ins Training gehst. Zu diesen Zeiten sind die Studios relativ leer und du kannst dich ungestört auf dein Training konzentrieren.

Regeneration

Mit einer der wichtigsten Gesichtspunkte bei deiner Entscheidung, schließlich bist du wahrscheinlich kein Profisportler und musst noch anderen Verpflichtungen in deinem Leben nachkommen. Ohne ausreichend Regeneration ist das fast unmöglich. Je härter du trainierst, desto besser muss dein Schlaf und deine Ernährung sein. Das gilt sowohl für Eigengewichts- als auch für Hanteltraining.

Hier hat das Training im Studio einen entscheidenden Vorteil, da du deine Einheiten gezielt nach Muskelgruppen aufteilen kannst. Nicht, dass dies beim Eigengewichtstraining nicht auch möglich ist, doch durch die komplexen Übungsausführungen ist es schwerer, Muskeln zu isolieren. Außerdem ist die Belastungsreduzierung in einer Deload-Phase nur schwer durchführbar. Ein Klimmzug bleibt ein Klimmzug. Das Gewicht zu erhöhen ist durch Gewichtswesten oder Rucksäcke kein Problem, aber dein Körpergewicht kannst du nicht mal eben reduzieren. Im Studio dagegen kannst du gezielt weniger Gewicht aufladen und so auf deine regenerativen Bedürfnisse besser eingehen.

Der wichtigste Faktor von allen: Du

Nun, da wir dir die Für und Wider aufgezeigt haben, ist es an der Zeit, dich zu fragen, was du möchtest. Die wichtigste Komponente im Sport ist der Spaß. Hast du keinen Spaß an deinem Training, wird es langfristig keine Früchte tragen. Lasse dich also nicht von irgendwelchen Werbeversprechen oder Meinungen locken, sondern probiere es selbst aus. Schließe eine Probemitgliedschaft im Gym ab und wechsle das dortige Training mit Eigengewichtsübungen Zuhause oder im Park ab.

Manche Menschen brauchen die Bewegungsfreiheit, andere schätzen das Stemmen schwerer Gewichte mehr. Vielleicht fällt dir aber auch auf, dass du eine Kombination aus beidem brauchst. Die zwei Trainingsmethoden können sich nämlich sehr gut ergänzen, indem sie Schwachstellen gegenseitig ausmerzen. Zum Beispiel kannst du die pure Kraft aus deinem Hanteltraining durch Explosivität aus deinem Eigengewichtstraining unterstützen. Oder du hilfst durch Latziehen nach, wenn du noch nicht so viele Klimmzüge schaffst.

Wäge auch die Gegebenheiten ab. Kommst du erst spät nach Hause und musst dann noch eine Stunde ins Gym fahren, nur um dann gegen 21 Uhr dein Abendessen zu dir zu nehmen? In so einem Fall wäre das Training Zuhause ratsamer, da dein Körper Zeit braucht, um herunterzufahren und zu verdauen, bevor du schlafen gehst. Beziehe alle Aspekte in deine Entscheidungsfindung mit ein.

Alle Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Hanteltraining im Studio:

Vorteile:

  • Gezielter Muskelaufbau durch Isolation einzelner Muskelgruppen.
  • Messbare Fortschritte durch mehr Gewicht.
  • Service + Sonderleistungen im Monatsbeitrag beinhaltet.
  • Training unabhängig von Wetter und Jahreszeit.

Nachteile:

  • Monatliche Kosten durch Mitgliedsbeitrag, Anfahrtskosten etc.
  • Überfüllte Räumlichkeiten zu Stoßzeiten.
  • Eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Studio.

Eigengewichtstraining:

Vorteile:

  • Immer und überall durchführbar.
  • Keinerlei Kosten für den Einstieg.
  • Training an der frischen Luft.
  • Absolute Bewegungsfreiheit.

Nachteile:

  • Steigerung gestaltet sich schwieriger.
  • Teilweise von Wetter und Jahreszeit abhängig.
  • Isolationsübungen und Split-Training nur bedingt möglich.
  • Für den Aufbau großer Muskelberge nicht geeignet.

Fazit:

Beide Trainingsformen haben Ihre Vor- und Nachteile, die du nun sorgfältig abwägen kannst. Trotz aller Für und Wider empfehlen wir dir, es selbst auszuprobieren. Nur so weißt du, welches Training dir besser liegt oder ob du sogar einen Mix aus beidem bevorzugst. Bist du eher der sparsame Typ Mensch, wird dir das Eigengewichtstraining mehr zusagen. Willst du dagegen Muskelmasse zulegen, solltest du eher ins Fitnessstudio gehen. Wie du dich auch entscheidest, hab Spaß am Sport und bleib dran. Wenn du merkst, dass dir mit der Zeit die Abwechslung fehlt, integriere neue Formen in dein Training. Auf geht’s!